Copy = cover, promotion = advertorial

The lion’s share (ja, das sagen wir auch) unserer Arbeit besteht aus Copywriting – sprich: das Erstellen von Werbetexten für meist große deutsche Unternehmen und Werbeagenturen. Wir übersetzen aber auch – vorwiegend für Kunden, die Werbewirksames oder extrem Anspruchsvolles wollen. Dazu gehören viele Zeitschriften, vor allem die Anzeigenleitungen. Es sind recht angenehme Aufgaben und angenehme Gesprächspartner.

Aber auch in der Welt der Anzeigen und Auflagen gibt es false oder zumindest unreliable friends:
Copy-Preis zum Beispiel heißt cover price. Promotionsstrecken sind meist (man muss schon nachfragen!) advertorials. Und unser guter alter Freund wellness ist auch oft anzutreffen und mit Vorsicht zu genießen.

Und wenn ich schon dabei bin: die richtige Übersetzung für verkaufte Auflage ist paid circulation nicht sold circulation. Und Klebebindung ist nicht irgendwas mit glue (auch wenn es eine Rolle spielt) sondern perfect binding.

Die Wellness-Inflation und Taschen aufm Po

Ich habe es schon mal moniert: wellness gibt es zwar auf Englisch – aber der Begriff wird selten verwendet, und nur im Bereich Gesundheit.

In Deutschland dagegen wird das arme Wort in die Länge gedehnt, bis es für alles passt.

Heute zum Beispiel versuchen wir einen Kunden im Bereich Mode (wo denglisch richtig blüht) davon abzubringen, eine Produktlinie so zu nennen – denn die Polos und Hosen sind nicht irgendwie besonders gesund. Nur leger. I do not hold out much hope.

Wir haben ihn auch darauf hingewiesen, dass man Rückseite lieber nicht mit backside übersetzt – denn dass ist der Po. Back (bei einem T-Shirt) oder reverse (bei einem Blatt Papier) sind da die richtigen Begriffe.

Billiger Flug? Billige Übersetzung?

GermanWings ist bekanntlich eine Billigfluglinie. Trotzdem leistet sie sich eine Hochglanz-Zeitschrift samt Interview mit Anke Engelke. Die Übersetzung dagegen scheint auch low budget zu sein (10 Cent pro Wort laut Eintrag auf proz.com).

Bei GermanWings hapert es manchmal am Service. Bei den Übersetzern hapert es ein wenig an der Orthografie und Grammatik.

Beispiel Titelblatt:

Das heißt its nicht it’s. Und A city on its way? Versteh ich nicht. On the way to where? Macht nix.

Es wäre auch ratsam, wenn die Übersetzer mal die Schreibhilfe einschalten würden.

Accommodation zum Beispiel schreibt sich mit zwei M. Die Übersetzer haben sich wohl aus Kostengründen ein M gespart. Gleich viermal auf Seite 60 und 61.

Arg German vom Duktus ist auch die Überschrift auf Seite 54.

Wellness for the hair?

Wellness ist das sprachliche Pendant zu Roger Whittakar. Ja, irgendwie „English“ – aber richtig Karriere hat er erst in Deutschland gemacht.

Wellness wird im Deutschen richtig breitgetreten und für alles genommen. Und “the hair” ist auch nicht gerade schön. Macht nix.