Gastronomie auf Englisch, Systemgastronomie

Das Unternehmen WOERLE hat einen stolzen Jahresumsatz von 112 Mio. Euro, 270 Mitarbeiter und einen Exportanteil von 40%. Aber deren Englisch ist Käse.





Gastronomie ist eine Branche, ein Geschäftszweig.

Gastronomy auf Englisch ist die hohe Kunst des feinen Kochens. Catering ist es auch nicht. „I have a catering business“ bedeutet in etwa „ich betriebe einen Party-Service für Hochzeiten“. 

Gastronomie auf Englisch ist the restaurant trade oder the restaurant industry.

Auch bei Woerle zu finden: Der typische Fehler beim Übersetzen von „neben“ – „apart from“ bedeutet  „bis auf“ nicht „zusätzlich“. Also ist „apart from“ nicht neben sondern komplett daneben. Und was bitteschön sind “cheese sorts“? Verwandt vielleicht mit liquorice allsorts?

Systemgastronomie ist noch kniffliger. 

Teutonen lieben „Systeme“ – vor allem in Verbindungen wie „Systemlösungen“ – „system solutions“ ist ein Quatsch. „System gastronomy“ auch.

Laut wiki: „Der Begriff Systemgastronomie bezeichnet eine Form der Gastronomie, die sich im Wesentlichen durch die Existenz von standardisierten und vereinheitlichten Organisationsstrukturen von der klassischen Gastronomie unterscheidet.

Leider ist der englische Beitrag auf wiki ein Totalschaden:

System catering is a method of standardized food preparation which can be duplicated at all the branches of a catering chain such as KFC, Little Chef and McDonald’s. The catering is centrally controlled and the various branches sell the same product range and provide the same service. 

Was lernen wir daraus? Auch wiki ist fehlbar.

Ich habe bisher noch keinen englischen Begriff gefunden, der 100% Systemgastronomie entspricht. Ein  Laier würde wahrscheinlich sich mit „chain restaurants“ begnügen. Ist nicht ganz falsch. Aber die  einschlägigen US- und UK-Unternehmen (McDonald’s und Co) nennen ihr eigenes Business „food service“ – und in den meisten Fällen passt das auch.

And while we are on the subject:
Deutsche behaupten gern, dass wir Engländer nicht kochen können und, dass alles Gebratene, Gedünstete und Gebackene auf der Insel nicht schmeckt. 

Leute, es hat sich viel getan in den 20 Jahren seit eurem Aufenthalt bei einer Proleten-Familie in Brighton, die sich ausschliesslich von Baked Beans und den Einahmen von deutschen Schülern ernährt hat.

New food, new words
Es gibt sogar neue Wörter für die kulinarischen Highlights(auch ein Wort, das im Deutschen anders als im Englischen verwendet wird): ein gastropub zum Beispiel ist eine Wirtschaft, in der der Hunger nicht nur durch Crisps und Sandwiches gestillt wird.

Und überall gibt es eateries –  ein Sammelbegriff für alle Etablissements, in denen es was zum Mampfen gibt.

Und die Menschen, die selbst gern kochen und essen – und genauso gern darüber reden? Foodies. Und ich gehöre dazu.