Best ager? Best avoided.

Ich soll heute vormittag ein Angebot (quote, not offer) über eine recht interessante Marktstudie abgeben – allerdings wird gleich im ersten Absatz über Beste Ager und Twens gesprochen. Beide Begriffe sind reinstes Denglish der allerübelsten Sorte. Es gibt sogar ein Online-Magazin, das so heißt:
                                                           
Für Engländer und Amis gibt es the grey marketthe silver market, und auch woopies (wealthy older people) aber keine Best Ager.
Ein Ager wäre höchstens ein Mittel, mit dem man Möbeln (oder Menschen?) eine antike Optik verpasst.
Leider wollen viele Kunden auf diesen gräßlichen Begriff nicht verzichten – in dem Irrglauben, er wäre “genau richtig” und “von allen verstanden”. In Berlin ja. In London und New York nicht.
Twen ist noch fataler. Denn es gibt durchaus einen ähnlich klingenden Begriff in der Marktforschung: Tween. Nur ist ein Tween wesentlich jünger! Das Wort beschreibt Kinder im Alter von 10 bis 13, die sich schon frühreif wie Teenager verhalten. Siehe hierzu http://en.wikipedia.org/wiki/Preadolescence

PONS kann nicht kochen

Ich bin ja ein bekennender Foodie – jemand, der gern kocht und meist das Ergebnis gern isst (meine experimentierfreudigen red-wine-fueled Kochkünste sind schon mal berechtigterweise mit der Bezeichnung „russisches Roulett“ ausgezeichnet worden).

Nun wollte ich in Sheffield (angeblich der Stadt mit den meisten Bäumen pro Einwohner in ganz Europa) ein Berglinsenrezept für meine Familie herzaubern. Aber wie heißen denn Berglinsen auf Englisch?

Over to Google. An zweiter Stelle kommt PONS – mit dem Vorschlag puy lentils. Erm, nein. Das ist was anderes, soviel ich weiß.

Latein ist doch eine nützliche Sprache
Bei Tieren und Pflanzen greife ich gern zu den lateinischen Bezeichnungen als Brücke zur Lösung. Aber ich bin nicht fündig geworden. Also nahm ich widerwillig linguee (an erster Stelle in der Google-Rangliste). Mountain lentils? Wirklich?

Ich habe  nach Bildern gesucht. Und siehe da – selbst Sainsbury’s hat sie. Also muss es stimmen.

Verlage und neue Technologie = Magenverstimmung
Übrigens: PONS (und die anderen Verlage) sind immer etwas träge, wenn es um neue Technologie geht. Ich erinnere mich noch gut an die Abneigung Mitte der 80iger gegenüber CDs. Und hätten die Verlage bloß das Internetzeitalter ein paar Jahre früher erkannt, so würden wir vielleicht alle bei Langenscheidt und nicht Leo nachschauen. Und die Verlage würden nicht mit dem Pleitegeier kämpfen.


Season well
Die Ergebnisse wären unter Umständen für alle besser gewesen – denn bei PONS, Collins und Langenscheidt sind seasoned(eine schöne Alternative zu experienced – mein Dank an Anja) Lexikographen (Lexikografen?) am Werk, die mehr auf Kontext und Quelle geachtet hätten. Aber auch sie sind fehlbar – wie man bei den Berglinsen sieht.

Mein Lieblingsrezept (und Lieblingswebsite für Rezepte) zur Zeit:

Guten Appetit.

Flügeltüre auf der CeBIT

Bin noch auf der Cebit. Die Messe ist für mich eine einmalige Chance, unsere Kunden aus der IT-Branche zu besuchen – auch in our wired world ist es schön, ein face-to-face meeting zu haben. 

Wir übersetzen jeden Tag eine frische Ausgabe der Messe-Zeitschrift für Vodafone. Ein schöner Auftrag. Aber auch ganz schön stressig für das Team in Ludwigsburg – das bis spät abends schuften darf. 

What a surprise!
Dabei müssen nicht nur die Termine sondern auch die Termini stimmen. Und da gibt es manchmal kleine Überraschungen.

Möwen oder Schmetterlinge?
Per Instant Messenger fragte mich gerade Laura: Wie heißt bei einem Auto „Flügeltüre“ auf Englisch (Jenson Button raste heute mit Vodafone-Messebesuchern herum)?

Naja, das ist doch gullwing doors dachte ich mir (ich habe in einem früheren Leben viel für die Autobranche gemacht).
Aber irgendwie…hatte ich ein ungutes Gefühl. Laura schickte mir zur Be(un)ruhigung ein Link mit Bild.
Das ist kein gullwing.
Zum Glück sind fast alle Rennställe in England angesiedelt. Und bald fand ich den richtigen Begriff – einer, der mir völlig neu war: butterly doors. Oder auch dihedral doors. (Nein, ich weiß auch nicht, was dihedralheißt).
Hier von Car Magazine aus England:
Sitting inside the MP4-12C, you’re left feeling envious of future owners. This is a wonderful cabin, more individual than the slightly derivative exterior. You drop in through the dihedral doors opened through touch pads, settle into thin but spot-on seats.
Oder von autozine und vielen anderen:

Like F1, the MP4-12C employs “butterfly doors” which open upward and outward.
Tja, man muss echt höllisch aufpassen.
Hier der Wiki-Artikel zu gullwing.